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Traum ähnlich bietet sich das Flüchtige der Augenblicke in denen Nina Fandlers die Großstadtszenen begegnet und wie sie diese in ihrer Malerei auffängt. Die großformatigen Bildöberflächen sind als der urbanen Umgebung entnommene Motive erkennbar und als Ausschnitte der Wirklichkeitnarrativ deutbar. Der malerische, durch Lichteffekte versehene und leicht verschwommene Bildraum unterstreicht nicht nur die wirkliche Eigenschaften des im Vorbeigehen Gesehenes, wie wir im ersten und letzten Blick die Passanten in den Strassen und im Bus und U-Bahn, in Cafes oder auf den Rolltreppen antreffen. Der reale Raum und die vorübergehenden in der Umwelt und Alltag vorhandenen Momente sind durch die betonte Wiedergabe der Lichtreflexe in Bilder so eingebracht, dass sie selbst zur verunklärten, flirrenden Spiegelung des Wirklichen werden und somit der Bildraum zu einer der Malerei immanenten Mitteln verfügbaren Bühne verwandeln. Der Lichteinsatz bringt die Farbflecken als kompositorische und dramaturgische Mittel ins Spiel, wobei sich das wirkliche Motiv in Abstraktion der Bildgefüge auflöst. Die starken Hell-Dunkel-Kontraste der Malweise erhöhen die Dynamik des Bildgeschehnisses in eine abstraktere Sphäre einer Undeutlichkeit und versetzen die Dimension der Öffentlichkeitsszenen in die Stimmung des individuell Erlebten und lässt die anonyme Außenwelt mit der Innenwelt der persönlichen Wahrnehmung kommunizieren.
Das Geheimnisvolle einer Begegnung dritter Art und eine bewusste Verundeutlichung des dargestellten Geschehnisses bezeichnet die Videoinstallation Destina Virus des Künstlers Soulis Moustakidis. In der angedeuteten Umgebung einer Großstadtwohnung erblicken wir nicht den Schutzmantel eines Heims, sondern viel eher eine unheimliche Atmosphäre in der das Entstehen und der Tod eines Unikums verfolgt wird. Während die Kamera durch slowmotion dieses Unikum zu erfassen versucht, das in seiner Form in gleichem Maße unspektakulär wie dem science fiction verwandt erscheint, verleiht die begleitende Soundcollage, die von Soulis komponierte Musik, dem ganzen Film eine fast bedrohende, dennoch wohl durchdachte Spannung: Das Unbekannte und das Bekannte treffen wie Organik und Abstraktion aufeinander, ohne ihre Identität preiszugeben oder die Vermutung ihrer Herkunft aufzuklären. Der traditionell als differenziert artikulierten und als Abstraktion titulierten Kunstrichtungen ordnet man üblicherweise die Werke von Künstlern Michael Burges und Thomas Schönauer zu. Mit Arbeiten, die sie beide in der Ausstellung hart an der Realität zeigen, sind solche Charakteristika sowohl nachvollziehbar, als auch im erweiterten (Be-)Deutungsfeld anzusiedeln. Michael Burges` Schaffen wird besonders durch seine Malerei anerkannt, die den abstrakt-expressiven malerischen Zugang - über die Eindeutigkeit dieser Bezeichnung hinaus in den minuziös geordneten Malstrukturen auszeichnet und die in ihrer Entstehungsart eine gewisse obsessive Dimension erkenntlich macht. Die Verwischungen in der horizontal oder vertikal angelegten Mehrschichtigkeit des Bildaufbaus lassen die Bildmuster als landschaftlich anmutende Tiefenräume, energie- und vibrationsgeladenene Bildformationen erschließen. Eine freiere, weiterhin expressive und dennoch im formellen Sinne strenger erscheinende Assoziation, ist den für die Ausstellung in der Frauenklinik gewählten Fotoarbeiten eigen. Die organische, inhaltlich deutlich mehr erotische Note vollzieht sich in den gezeigten fremdartigen computergenerated images, mit denen der Künstler das Medium der schwarz-weiss Fotografie einsetzt und seine Hinwendung zur virtuell erarbeiteten Thematik, die irgendwo zwischen Eros und Tanathos stattfindet, bekannt gibt. Zwischen freien Assoziationen und der formell eingesetzten Bildsprache findet hier ein Dialog statt, der die Möglichkeiten von beiden fortsetzt, anstatt die mediumsbedingten Begrenzungen zu demonstrieren. Thomas Schönauer, bekannt ebenfalls als der abstrakten Formen zugewandter Bildhauer, veranschaulicht mit seinem Werk eine generelle Thematik, die das Verhältniss von Stabilität-Instabilität als zentral behandelt. Das Antropomorphe und der klassischen modernistischen Auffassung von Medienpurismus abzusetzende Eigenschaft seiner Stahlskulpturen ergibt sich nicht nur aus der Tatsache, dass diese die durch Berührung oder Luftströmung erfahrbaren Bewegungsmomente beinhalten. Darüber hinaus erwecken Schönauers Skulpturen genau jenen Effekt, den die Kritiker und spätere Theoretiker in damaligen Werken der Minimal Art oft als Eindruck as a person is left beschrieben haben, Alles in allem: Die Ausstellung hart an der Realität hat keine exakt bestimmte Thematik. Die Ein- und Ausblicke in die mannigfaltige Situation des Lebens bietend, vermittelt sie viel mehr eine Reihe der künstlerischen Positionen, die sich der Vielfalt der Ausdrucksmöglichkeiten der Kunst gegenüber den Sequenzen der Unbestimmbarkeit der conditio humana im Allgemeinen überzeugend verschrieben haben. Dr. Blazenka Perica Die Ausstellung ist vom 30. April bis zum 11. Mai täglich von 18 22.00 Uhr zu besichtigen. Links zu den Künstler(inne)n: katja stuke http://www.ks68.de oliver sieber http://www.os66.de petra warrass http://www.petrawarrass.de nina fandler http://www.ninafandler.de andreas jung http://www.andreasjung.com Joe Brockerhoff http://www.brockerhoff.com michael burges thomas schönauer |
hard on reality
Nina Fandler
Michael Burges Thomas Schönauer
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